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Unfall gehabt – das müssen Sie jetzt tun

Ein Verkehrsunfall ist schnell passiert, oft in Sekundenbruchteilen. Danach stehen viele Betroffene unter Schock und wissen nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen. Genau in dieser Ausnahmesituation passieren jedoch häufig Fehler, die später zu Problemen bei der Schadensregulierung, Kürzungen durch Versicherungen oder sogar zu rechtlichen Nachteilen führen können.
Damit Ihnen das nicht passiert, finden Sie hier eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung,was Sie unmittelbar nach einem Verkehrsunfall tun sollten.

Unfallstelle absichern – Ihre erste und wichtigste Pflicht

Unmittelbar nach dem Unfall müssen Sie die Unfallstelle absichern, um weitere Gefahren und Folgeunfälle zu vermeiden. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben (§ 34 StVO).

So sichern Sie die Unfallstelle richtig ab:
• Warnblinkanlage einschalten
• Warnweste anziehen (Pflicht in Deutschland)
• Warndreieck aufstellen

 

Abstand des Warndreiecks:
• Innerorts: ca. 50 Meter
• Außerorts (Landstraße): ca. 100 Meter
• Autobahn: ca. 150–200 Meter

 

Stellen Sie das Warndreieck immer so auf, dass andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig reagieren können. Auf Autobahnen sollten Sie sich dabei möglichst hinter die Leitplanke begeben.

Erste Hilfe leisten – Pflicht und Verantwortung

Sind Personen verletzt, sind Sie verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, soweit dies für Sie zumutbar und möglich ist.
Die Unterlassung von Hilfeleistung ist strafbar.

Bei Personenschäden gilt:

• Rettungsdienst verständigen
• Verletzte nicht unnötig bewegen
• einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen

Auch bei scheinbar leichten Verletzungen sollte medizinischer Rat eingeholt werden; viele Beschwerden treten erst Stunden oder Tage später auf.

Polizei verständigen – wann ist sie erforderlich?

Nicht bei jedem kleinen Blechschaden ist die Polizei zwingend notwendig. In vielen Fällen ist das Hinzuziehen jedoch dringend zu empfehlen.

Die Polizei sollte gerufen werden, wenn:
Personen verletzt wurden
• der Schaden erheblich ist
• die Schuldfrage unklar ist
• der Unfallgegner nicht kooperativ ist
ausländische Fahrzeuge beteiligt sind

Ein polizeiliches Unfallprotokoll kann später bei der Schadensregulierung eine entscheidende Rolle spielen.

Beweise sichern – entscheidend für Ihre Ansprüche

Eine gute Beweissicherung ist oft ausschlaggebend dafür, ob Ihre Ansprüche vollständig durchgesetzt werden können.

Sichern Sie möglichst:
• Fotos von:
o Fahrzeugen
o Schäden
o Unfallstelle
• Position der Fahrzeuge
• Bremsspuren, Straßenschilder, Ampeln
• Kennzeichen aller beteiligten Fahrzeuge
• Namen und Kontaktdaten von Zeugen
Je besser die Beweislage, desto einfacher und schneller verläuft die spätere Regulierung.

Schuldfrage nicht diskutieren und kein Schuldeingeständnis abgeben

Vermeiden Sie Diskussionen über die Schuldfrage, weder mit dem Unfallgegner noch mit der Versicherung.

  • Kein Schuldeingeständnis, weder mündlich noch schriftlich
  • Auch scheinbar harmlose Aussagen wie„Ich habe Sie übersehen“
    können später als Schuldanerkenntnis gewertet werden.
    Die Klärung der Schuldfrage erfolgt durch Gutachten, Polizei oder rechtliche Prüfung, nicht am Unfallort.

Versicherung informieren – aber mit Bedacht

Ihre eigene Versicherung müssen Sie über den Unfall informieren. Beschränken Sie sich dabei auf sachliche Angaben zum Unfallhergang.

Wichtig:
Lassen Sie sich nicht zu schnellen Aussagen, Abtretungen oder Vereinbarungen mit der gegnerischen Versicherung drängen.

Viele Versicherungen versuchen frühzeitig:
• Einfluss auf Gutachter
• Einfluss auf Mietwagen
• Einfluss auf die Regulierung

Treffen Sie keine Entscheidungen, ohne Ihre Rechte zu kennen.

Ihre Rechte als Geschädigter kennen und nutzen

Wenn Sie unverschuldet in einen Unfall geraten sind, haben Sie umfassende Rechte.

Dazu gehören unter anderem:
• Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungswert
freier, unabhängiger Gutachter
• Mietwagen oder Nutzungsausfall
Schmerzensgeld bei Verletzungen
• Erstattung der Anwaltskosten

Eine frühzeitige Beratung verhindert typische Fehler und sorgt dafür, dass Ihre Ansprüche vollständig durchgesetzt werden.

Wichtige weiterführende Informationen

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Dieser Beitrag ist Teil unserer zentralen Übersichtsseite:

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