Nach einem Verkehrsunfall beginnt für viele Geschädigte der eigentlich anstrengende Teil: die Schadensregulierung. Schriftverkehr mit der Versicherung, unklare Abläufe, lange Wartezeiten und Kürzungen sorgen häufig für Frust und finanzielle Nachteile.
Viele Unfallgeschädigte wissen nicht, welche Ansprüche sie überhaupt haben, und verzichten dadurch ungewollt auf Geld, das ihnen rechtlich zusteht.
Versicherungen verfolgen ein klares wirtschaftliches Ziel:
Schadenszahlungen möglichst gering halten.
Ohne rechtliche Unterstützung:
• ziehen sich Verfahren oft unnötig in die Länge
• werden einzelne Schadenspositionen gekürzt oder ganz abgelehnt
• akzeptieren Geschädigte ungünstige Vergleichsangebote
• bleiben Kosten am Ende beim Geschädigten hängen
Eine strukturierte Vorgehensweise ist daher entscheidend.
Die Schadensregulierung folgt grundsätzlich einem festen Schema. In der Praxis gibt es jedoch viele Stolperfallen.
1. Schadenmeldung bei der gegnerischen Versicherung
Nach einem unverschuldeten Unfall muss der Schaden bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung gemeldet werden.
Wichtig:
• Sie sind nicht verpflichtet, dies selbst zu tun
• ein Anwalt oder Gutachter kann die Meldung übernehmen
• vorschnelle Aussagen zur Schuldfrage sollten vermieden werden
Die Beweissicherung ist einer der wichtigsten Schritte.
Dazu gehören:
• Fotos von Unfallstelle und Fahrzeug
• Zeugenaussagen
• ein unabhängiges Kfz-Gutachten
Fehler in diesem Stadium wirken sich direkt auf die gesamte Regulierung aus.
Mehr dazu hier:
Gutachter nach dem Unfall – warum Sie selbst entscheiden dürfen
Nach Einreichung aller Unterlagen prüft die Versicherung:
• Haftungsquote
• Schadenhöhe
• einzelne Schadenspositionen
• angebliche Mitverschulden
In dieser Phase kommt es besonders häufig zu:
• Nachfragen
• Verzögerungen
• Kürzungen einzelner Positionen
Erst wenn alle Positionen geprüft sind, erfolgt die Auszahlung.
Oft jedoch nicht vollständig – Kürzungen sind eher die Regel als die Ausnahme.
Je nach Unfall und individueller Situation können unter anderem folgende Positionen ersetzt werden:
Sachschäden
• Reparaturkosten
• Wiederbeschaffungskosten bei Totalschaden
• Wertminderung
• Abschleppkosten
• Standkosten
Nutzung & Mobilität
• Mietwagenkosten
• Nutzungsausfallentschädigung
Details dazu:
Mietwagen nach dem Unfall – darauf müssen Sie achten
Weitere Kosten
• Gutachterkosten
• Anwaltskosten
• Kostenpauschale
• Verdienstausfall
Personenschäden
• Schmerzensgeld
• Behandlungskosten
• Haushaltsführungsschaden
• Zukunftsschäden bei schweren Verletzungen
Weiterführend:
Schmerzensgeld nach Verkehrsunfall – was Ihnen zusteht
Versicherungen versuchen regelmäßig:
• Schadenspositionen zu kürzen
• Zahlungen hinauszuzögern
• Vergleichsangebote durchzusetzen
• Gutachten oder Rechnungen infrage zu stellen
Viele Geschädigte akzeptieren diese Maßnahmen aus:
• Unsicherheit
• Zeitdruck
• fehlendem Wissen über ihre Rechte
Genau hier verlieren Betroffene oft mehrere tausend Euro
Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht:
• kennt die üblichen Kürzungstricks
• prüft alle Abrechnungen
• setzt vollständige Zahlungen durch
• übernimmt die komplette Kommunikation
• beschleunigt die Regulierung deutlich
Wichtig zu wissen:
Bei einem unverschuldeten Unfall muss die gegnerische Versicherung auch die Anwaltskosten übernehmen.
Die Dauer hängt vom Einzelfall ab:
• einfache Sachschäden: wenige Wochen
• komplexe Fälle: mehrere Monate
• Personenschäden: teils deutlich länger
Unnötige Verzögerungen sind häufig vermeidbar – mit der richtigen Vorgehensweise.
Diese Beiträge ergänzen das Thema ideal:
• Gutachter nach dem Unfall – warum Sie selbst entscheiden dürfen
• Mietwagen nach dem Unfall – darauf müssen Sie achten
• Schadensregulierung nach Verkehrsunfall – so läuft sie ab
Dieser Beitrag ist Teil unseres zentralen Leitfadens:
Unfall-Ratgeber – alle wichtigen Schritte nach einem Unfall
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